Tag 7

Eine Woche ist nun schon vorüber und so langsam leben wir uns ein. Und noch genießen wir die freien Tage. Bald fängt allerdings der Unterricht an der Uni an. Der Jetlag hat sich übrigens in Rahmen gehalten. In den ersten Tagen bin ich zwar immer gegen 6 Uhr aufgewacht, aber mittlerweile hat sich das wieder eingependelt und bald werde ich wohl wieder ganz die alte Langschläferin sein.

Gestern sind wir allesamt nach Ikea gefahren, der mit dem Zug etwa eine halbe Stunde entfernt ist, und haben dort ein paar Dinge wie Geschirrtücher und ähnliches gekauft. Zwei praktische Klappstühle haben wir auch gleich mitgenommen. Wir haben zwar Stühle in unserer Wohnung, aber man weiß ja nie wozu die gut sein können. Der Ikea sieht hier übrigens genauso wie überall in der Welt aus! Die Preise sind im Vergleich zu Deutschland ungefähr gleich, nur bei den größeren Sachen wie Betten und so waren die Preise um einiges teurer. Meinen Kleiderschrank, der in meiner Bremer Wohnung steht, habe ich auch gesehen. Allerdings ist er in Japan etwa 30 Euro teurer. Zu Mittag gab es natürlich Köttbullar und zum Schluss wurden dann noch Kekse gekauft. Die Rückfahrt war recht lustig, als es mit Sack und Pack mit der Bahn nach Hause ging. Weniger lustig war es, als es auf dem Heimweg vom Bahnhof aus regnete.


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Heute hatten wir außerdem unseren ersten offiziellen Termin an der Uni. Dort
haben wir endlich auch die anderen Austauschstudenten kennen gelernt. Insgesamt sind es 16 Leute, die ab diesem Herbst an der Dokkyo Uni studieren: 5 Deutsche, 1 Schweizer, 1 Engländerin, 1 Lettin, 1 Französin, 1 Amerikanerin, 2 Spanierinnen, 3 Koreanerinnen und 2 Kanadierinnen. Und ich bin die einzige Blondine ;D Gleich nach dem ersten Kennenlernen ging es dann weiter mit einem Japanisch Test um zu schauen, auf welchem Level die einzelnen Leute sind. Je nachdem wie das Ergebnis ausfiel, wurde man entweder in einen Anfänger-, Fortgeschrittenen- oder in einem der zwei Profikurse eingeteilt. Wir drei Mädels aus Bremen wurden in den Mittelkurs gesteckt. Mir hat man sogar noch angeboten in den höheren Kurs zu gehen, aber ich denke der Kurs für Fortgeschrittene reicht mir vollkommen aus, da der schon recht intensiv sein soll und ich nicht jeden Abend über Lehrbücher hocken will. Außerdem glaube ich, dass ich bei vielen Sachen im Test einfach nur gut geraten habe ;) Nach dem Test wurde dann noch ein gemeinsames Foto gemacht und danach sind wir zusammen in die Mensa essen gegangen.

Später sind wir ins Rathaus gegangen um uns offiziell als Ausländer registrieren zu lassen. Das heißt, in nächster Zeit werden wir die „Alien Registration Card“ bekommen mit der wir uns ausweisen können. Zum Glück waren ein paar japanische Studenten dabei, die uns dabei geholfen haben. Es hat ziemlich lange gedauert - knapp 3 Stunden - aber letztendlich hat alles geklappt. Wir haben neben der Registrierung auch gleich eine japanische Krankenversicherung bekommen, ob wir nun wollten oder nicht. Naja, jetzt hab ich immerhin eine Krankenversicherung in Japan, wenn ich schon keine deutsche Auslandsversicherung habe. Die DKV hat sich nämlich immer noch nicht gemeldet… Und bald bekomm ich dann meine „Alien Karte“! Solange muss ich immer meinen Reisepass mitschleppen, sonst gibt’s Ärger. Aber bis jetzt hat noch nie jemand danach gefragt.


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Ausländer Registrierung im Rathaus


So sieht übrigens mein Zimmer aus. In unserer Wohnung haben Riccarda und ich unser eigenes Zimmer. Daneben teilen wir uns noch eine Küche, ein Bad und einen Abstellraum. Einen Balkon gibt es auch und die Aussicht ist sogar recht in Ordnung. An der Wand hängen ürbigens Bilder von den Beatles! :)


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P.S.: Seit meiner Ankunft habe ich noch kein Erdbeben gespürt. Dabei habe ich gedacht, dass es hier fast jeden Tag bebt.

Tag 2

Ja ja, eigentlich haben wir heute schon Tag 51… hust. Ich geb’s ja zu, ich habe meinen Blog seit meiner Ankunft in Japan etwas stiefmütterlich behandelt. Aber ich gelobe in Zukunft Besserung! Großes Ehrenwort! (Super, ich bereue das jetzt schon…)

Ich bin nun schon etwa 6 Wochen hier und ich habe in der kurzen Zeit schon so vieles erlebt. Daher werde ich das Ganze in einzelne Einträge aufteilen, sonst wird es einfach zu viel. So einen langen Text würde eh kein Schwein lesen ;)

Also, fangen wir ganz von vorne an. Auf dem Weg zum Flughafen sind mein Vater und ich sehr gut durch den Ruhrpott gekommen, sodass wir seeehr pünktlich in Düsseldorf angekommen sind. So hatten wir noch viel Zeit und konnten in aller Ruhe uns den Flughafen angucken (ich liebe Flughäfen!). Dabei sind wir sowohl Janna als auch Riccarda mit ihren Familien zufällig über den Weg gelaufen. Jeder hat aber noch ein wenig Zeit unter sich verbracht bis wir uns später alle beim Einchecken wieder getroffen haben und es dann endlich losging, auch wenn mir der Abschied von meinem Vater nicht leicht fiel.

Zu dritt sind wir mit Emirates erst nach Dubai geflogen, wo Elise schon auf uns wartete. Zusammen ging es dann nach drei Stunden Aufenthalt weiter. Während im ersten Flugzeug noch Menschen aus aller Welt saßen, waren im zweiten fast nur noch Japaner zu sehen. Da wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, dass es jetzt wirklich nach Japan geht. Endlich! Davon hatte ich schon seit über 12 Jahren geträumt. Der Flug war kurz gesagt klasse. Der Service war super, das Essen in Ordnung und wir saßen auf beiden Flügen am Fenster. Man konnte dabei so viel verschiedene Dinge sehen! Zum Beispiel war es dunkel, als wir über den Nahen Osten flogen. Unter uns konnte man Städte und sogar die Feuer von Bohrinseln erkennen. Außerdem gab es weiter weg ein Gewitter am Himmel zu beobachten. Als es hell wurde, sind wir über das Himalaja Gebirge und danach über eine chinesische Wüste geflogen. Das Tollste war aber natürlich, als wir endlich die japanische Küste und sogar den Fuji vom Flugzeug aus sehen konnten ;)


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Da wir gegen die Uhrzeit geflogen sind, dämmerte es bei der Landung bereits wieder. Angekommen erschlug uns dann erstmal die schwüle Hitze. Obwohl wir es schon Mitte September hatten, waren es dort über 30 Grad. Und das abends! Und das vor allem bei meinem Outfit! Um im Koffer genug Platz für andere Sachen zu haben, hatte ich clever wie ich nun mal bin mir einen Mantel übergezogen. Dazu trug ich noch ein Paar Stiefel (die nehmen viel Platz weg!) und meine warme Russenmütze (die nimmt zwar nicht so viel Platz weg, war aber ein prima Nackenkissen und ein toller Hingucker). Hier ein Foto vor einem passenden Plakat:


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Nach der Passkontrolle und dem ganzen Kram haben wir uns erst mal mit ein paar Yen eingedeckt, da ich kaum Bargeld dabei hatte, weil ich zu geizig war in Deutschland Geld gegen hohe Gebühren umzutauschen. Es hat aber mit der Kreditkarte alles wunderbar geklappt. Wer selber mal für längere Zeit ins Ausland reisen möchte, dem kann ich an dieser Stell die DKB empfehlen. Anschließend sind wir mit einem Bus weiter nach Soka gefahren, wo wir dort von Haruka, einer japanischen Studentin von der Dokkyo Uni, empfangen und mit dem Taxi zur Shimizu Mansion, unser Apartmenthaus, gebracht worden sind. Die Taxifahrt wurde netterweise von der Uni gesponsert. In der Shimizu Mansion werde ich nun die nächsten Monate eine Wohnung mit Riccarda teilen. Mal sehen, wie sie es mit mir aushält :)

In der Wohnung haben wir uns erst mal eingerichtet. Weil wir aber mittlerweile wieder Hunger bekommen hatten, sind wir um halb zwölf noch zum Supermarkt gegangen und haben eine Kleinigkeit zu essen gekauft. Danach haben wir uns noch ein bisschen die Gegend von unserer neuen Heimat angeguckt. Man hat ja nachts nach einem 18-Stunden-Flug sonst nichts zutun. Wir haben nach ein paar Minuten auch gleich schon das Vergnügungsviertel und sogar ein Sonnenstudio gefunden. Falls ich im Winter zu käsig werde, probiere ich es auf jeden Fall mal aus. Mal sehen, was dabei herauskommt. Um 24 Uhr gab es dann auch noch was zu feiern: meinen Geburtstag! Wie alt ich geworden bin, wird an dieser Stelle nicht verraten, aber es war schon ein komisches Gefühl Geburtstag zu haben, nachdem man gerade eben in Japan angekommen ist.

Am nächsten Tag (= Tag 2) haben wir uns am Soka Bahnhof mit Elise und Janna getroffen und haben erst einmal schön gefrühstückt. Wir waren trotz des langen Fluges alle mehr oder weniger fit, was ganz gut war, denn nach dem Frühstück wollten wir nach Tokyo reinfahren. Soka liegt zum Glück „gleich umme Ecke“, sodass wir bis nach Ueno nur 20 Minuten und bis Shibuya etwa 50 Minuten fahren und das ohne Umsteigen. In Tokyo sind wir zunächst zum Rathaus gegangen und konnten dort völlig kostenlos vom 45. Stock den Ausblick auf die Stadt genießen.


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Anschließend sind wir noch ein bisschen in dem Regierungsviertel (zumindest glaube ich, dass es das war) herumgeschlendert, aber bis auf wichtig aussehende Gebäude gab es dort nicht wirklich was zu sehen und überhaupt war dort nicht viel los. Also sind wir kurz darauf mit der Bahn weiter nach Shinjuku gefahren. Dort haben wir uns am Bahnhof mit Yumi, eine japanische Freundin, die in Bremen Austauschstudentin war, getroffen und sind alle zusammen essen gegangen. Das Essen war zu meiner Überraschung recht günstig. Ich dachte schon, dass in Japan und vor allem in Tokyo alles furchtbar überteuert ist. Dazu gab es dann auch noch Wasser gratis und zwar soviel man wollte. Sowas könnte man in Deutschland auch mal einführen. Danach ging es nach Harajuku und dann zu Fuß nach Shibuya, wo wir uns ein bisschen die Geschäfte angeguckt haben. Meine wichtigsten Geschäfte – Mango, Zara und H&M – habe ich glücklicherweise gleich entdeckt :) Gekauft hatte ich an dem Tag aber nichts. Dafür hab ich ja noch in den nächsten Monaten genug Zeit. Nach einem Kaffee bei Starbucks haben wir uns am Bahnhof in Shibuya noch mit Mari, eine weitere ehemalige Austauschstudentin, getroffen und dort die Zeit ein bisschen totgeschlagen. Am Shibuya Bahnhof befindet sich übrigens die berühmte Straßenkreuzung, die zig Menschen bei einer Grünphase überqueren und zwar in alle Richtungen, auch diagonal. Das ist wirklich beeindruckend. Bei Gelegenheit werde ich mal ein Foto machen. An dem Abend ist mir das leider nicht gelungen, da es schon dunkel war. Hier wird es übrigens schon recht früh dunkel, so etwa gegen 18 Uhr.


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Auf dem Heimweg habe ich dann noch gleich spüren dürfen, dass Japaner wirklich immer in Zügen schlafen und sich dabei auch gerne mal an die Schulter des Sitznachbarn anlehnen. Ein Mädchen in unserem Alter kam mir nämlich mit der Zeit immer näher und berührte manchmal mit ihrem Kopf meine Schulter. Aber dann wich sie sofort zurück, ohne dabei groß aufzuwachen, nur um wenig später wieder auf meiner Schulter zu landen. Das Spielchen soll wohl ganz normal in jap. Zügen sein, aber das ich das gleich am ersten Tag so hautnah erlebe, hätte ich nicht gedacht.
Alles in allem war es ein wirklich schöner Tag und das Beste: ich habe sogar Geschenke bekommen! Damit hatte ich nun echt nicht gerechnet! Vielen Dank meine Lieben! Ich habe mich über jedes einzelne Geschenk sehr gefreut ♥


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